Baldur von Schirach wird zum Reichsjugendführer ernannt.Fortan unterstehen ihm alle Jugendverbände des Dritten Reichs.
“Du bist, wer du bist. Warum ich keine Antworten auf die Fragen nach meinem Grossvater geben kann”, Von Ferdinand von Schirach (Spiegel)
Kategorie: 1933
27.06.1933: DNF löst sich auf.
Die Deutschnationale Front (DNF) löst sich auf.
Hintergrundinfos zur DNF/DNVP (LeMo)
27.06.1933: Hugenberg tritt zurück.
Alfred Hugenberg tritt als DNVP-Parteivorsitzender zurück, nachdem er ohne Absprache mit Hitler vor dem Wirtschaftsausschuß u.a. den Freihandel ablehnt und deutsche Kolonien zurückfordert.
28.06.1933: DDP löst sich auf.
Auflösung der Deutschen Demokratischen Partei (DDP)
Hintergrundinfos zur DDP (LeMo)
29.06.1933: DVP löst sich auf.
Die Deutsche Volkspartei (DVP) löst sich auf.
Hintergrundinfos zur DVP (LeMo)
04.07.1933: Bayrische Volkspartei löst sich auf.
Bayrische Volkspartei (BVP) wird aufgelöst, 2000 Funktionäre werden verhaftet.
Hintergrundinfos zur BVP (LeMo)
05.07.1933: Die Zentrumspartei löst sich auf.
Die Zentrumspartei löst sich auf.
Hintergrundinfos zur Zentrumspartei (LeMo)
06.07.1933: Hitler kritisiert erstmals SA.
Hitler erklärt gegenüber den Reichsstatthaltern den Übergang von der “nationalsozialistischen Revolution” in “das sichere Bett der Evolution”.
Damit wendet er sich erstmals gegen die mittlerweile aus dem Ruder gelaufene paramilitärische SA.
Begriffsklärung “Reichsstatthalter”
14.07.1933: Alle Parteien , außer die NSDAP, werden verboten.
Das “Gesetz gegen die Neubildung von Parteien vom 14. Juli 1933” verbietet im Deutschen Reich alle Parteien neben der NSDAP. Hitlers Einparteienstaat ist somit perfekt.
Gesetzestext
14.07.1933: “Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses” tritt in Kraft.
Das Hitlerkabinett verabschiedet das “Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses”.
In Folge werden ca. 400 000 Opfer zwangssterilisiert.
NS-Zwangssterilisation – Der “Erbgesundheitsrichter (Stern)”
30.08.1933: Reichsparteitag in Nürnberg
Der Reichsparteitag der NSDAP findet in Nürnberg statt.
10.09.1933: Vatikan ratifiziert Reichskonkordat.
Der Vatikan ratifiziert das Reichskonkordat mit dem Deutschen Reich.
Das Konkordat regelt die wechselseitigen Rechte und Pflichten des Deutschen Reiches und der katholischen Kirche im Reichsgebiet:
– der katholischen Kirche wird ungehinderte Autonomie und die Bekenntnisfreiheit zugestanden
– das Eigentum der Kirche steht unter Schutz des NS-Staates
– Kirchliche Organisationen müssen sich auf karitative, religiöse und kulturelle Aufgaben beschränken
– Geistliche dürfen keiner politischen Partei oder Vereinigung angehören:
Hintergrund (LeMo)
Warum die Kirche mit den Nazis einen Pakt schloss (Welt)
Nichts hören, nichts sehen, vertragen (Spiegel)
13.09.1933: Der Reichsnährstand wird gegründet.
Bildquelle: Kennzeichnung der Dienststelle, Von N-Lange.de (7. Januar 2010 (original upload date))Original uploader was N-Lange.de at de:WP - Transferred from de:WP, GFDL, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=19022653
Der Reichsnährstand wird gegründet:
Betriebe und Personen aus den Bereichen Landwirtschaft, Gartenbau, Fischerei werden so durch den NS-Staat zwangsvereinigt und gleichgeschaltet.
Den Reichsnährstand leitet Richard Walther Darré.
17.09.1933: Reichsvertretung der deutschen Juden wird gegründet.
“Reichsvertretung der deutschen Juden” wird gegründet.
Die Not der Juden durch deren Ausgrenzung soll mit dieser Selbsthilfeorganisation gelindert werden.
22.09.1933: Reichskulturkammer wird gegründet.
Bildquelle: Berufsverbot für den Berliner Musiker Werner Liebenthal, Von Reichsmusikkammer - Dr. Werner Liebenthal legacy, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=38340654
Die Reichskulturkammer wird auf Betreiben von Joseph Goebbels gegründet, Sitz ist Berlin.
Sie dient der Gleichschaltung sämtlicher kultureller Bereiche im Sinne der NS-Politik.Präsident ist Joseph Goebbels.
Für eine erfolgreiche Karriere mussten Kunst- und Kulturschaffende einer der Einzelkammern angehören.
04.10.1933: Westmächte gegen Aufrüstung
Die Westmächte zeigen sich in der Frage der Gleichbehandlung Deutschlands bezüglich Aufrüstung unnachgiebig.
14.10.1933: Deutschland tritt aus Völkerbund aus.
Deutschland kündigt an, den Völkerbund zu verlassen.
Am Abend verkündet Hitler ebenso die Auflösung des Reichstags und kündigt für den 12. November Neuwahlen an. Mit diesem Schachzug versucht er, seine “Friedenspolitik” durch das Volk legitimieren zu lassen.
31.03.1933: Siegermächte gegen Boykott deutscher Waren
Briten, Franzosen und Amerikaner sprechen sich gegen einen Boykott deutscher Waren aus, nachdem sie Tage zuvor auf Grund der zahlreichen Übergriffe auf Juden entsprechende Massnahmen angedroht hatten.
01.04.1933: Nazis rufen zum Judenboykott auf.
Bildquelle: SA-Mitglieder bekleben die Schaufenster eines jüdischen Geschäfts, Von Bundesarchiv, Bild 102-14468 / Georg Pahl / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5415525
Nationalsozialisten rufen zum Boykott jüdischer Geschäfte und Einrichtungen an diesem Tag auf.
Allerdings verlaufen diese Massnahmen nicht mit der von den Nazis erhofften Wirkung.
Ein Grossteil der Bevölkerung ignoriert die Hetze und Stimmungsmache, teilweise wird der Boykott von der SA nur halbherzig ausgeführt.
03.04.1933: Max Reinhardt emigriert nach Wien.
Max Reinhardt, Leiter des Deutschen Theaters in Berlin, emigriert nach Wien.
Zuvor wird er auf Grund seiner jüdischen Herkunft entlassen, eine “Ehren-Arierschaft” lehnt er ab.
04.04.1933: Nazis schalten Betriebsräte gleich.
“Gesetz über Betriebsvertretungen und wirtschaftliche Vereinigungen” wird erlassen:
Damit hat der Staat die Handhabe, “staatsfeindliche” Betriebsräte zu entlassen.
07.04.1933: “Zweite Gesetz zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich” wird verabschiedet.
Das “Zweite Gesetz zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich” wird verabschiedet.
Mit dem Gesetz wird die Hoheit der Länder entschieden untergraben.
Mit “Reichsstatthaltern” will Hitler die Länder in seinem Sinne kontrollieren und führen.
Gesetzestext
07.04.1933: Gesetz zur “Wiederherstellung des Berufsbeamtentums” tritt in Kraft.
Faktisches Berufsverbot für jüdische und regimekritische Beamte mit Inkrafttreten des Gesetzes zur “Wiederherstellung des Berufsbeamtentums”.
Ausgenommen sind jüdische Soldaten aus dem 1. Weltkrieg.
Wortlaut des Gesetzes
11.04.1933: Göring wird Ministerpräsident von Preussen.
Göring wird zum Ministerpräsidenten von Preussen ernannt.
21.04.1933: Rudolf Heß wird Hitlers Stellvertreter.
Rudolf Heß wird von Hitler zum NSDAP-Stellverteter ernannt.
25.04.1933: Göring wird Reichsstatthalter von Preussen.
Göring wird Reichsstatthalter von Preussen.
25.04.1933: “Gesetz gegen die Überfüllung deutscher Schulen und Hochschulen”
Mit dem “Gesetz gegen die Überfüllung deutscher Schulen und Hochschulen” soll der Anteil jüdischer Schüler reduziert werden.
Gesetztestext (in altdeutscher Schrift)
27.04.1933: “Stahlhelm” wird NSDAP unterstellt.
Der “Stahlhelm” unterstellt sich mit Eintritt seines Führers Seldte der NSDAP.
LeMO
28.04.1933: Deutschland wird eine 200.000 Mann starke Armee zugestanden.
Während der Genfer Abrüstungsverhandlungen unterbreiten England und Frankreich dem Reich den Plan, eine 200 000 Mann starke Armee zuzugestehen.
Gleichwohl muss Deutschland alle paramilitärischen Organisationen verbieten.
Hitler plädiert zunächst für ein Einlenken, entgegen der Forderungen von Blomberg und Neurath.
01.05.1933: NSDAP erlässt Aufnahmestopp.
Auf Grund sehr stark gestiegener Mitgliederzahlen (2,5 Mio.) erlässt die NSDAP einen Aufnahmestopp.
NSDAP-Mitglied wider Willen?
01.05.1933: “Feiertag der nationalen Arbeit” wird gesetzlicher Feiertag.
Der “Tag der Arbeit” wird gesetzlicher Feiertag und heisst fortan “Feiertag der nationalen Arbeit”.
02.05.1933: Gewerkschaften werden verboten.
Die Gewerkschaften werden verboten, Funktionäre werden verhaftet, Gewerkschaftsvermögen beschlagnahmt.
Die Zerschlagung der Gewerkschaften 1933 (LEMO)
04.05.1933: “Berliner Vertrag” wird verlängert.
Das Hitler-Kabinett verlängert das deutsch-russische Abkommen, den “Berliner Vertrag”.
Vertragstext vom 24. April 1926
Berliner Vertrag (LEMO)
10.05.1933: Deutsche Arbeitsfront wird gegründet.
Bildquelle: Werkausstellung der Deutschen Arbeitsfront (1933) (Wikipedia: Commons: Bundesarchiv)
Die Deutsche Arbeitsfront (DAF) unter Führung von Robert Ley wird gegründet.
Mitglieder der mittlerweile verbotenen Gewerkschaften werden eingegliedert.
10.05.1933: Bücherverbrennung in Berlin
Bildquelle: Von Bundesarchiv, Bild 102-14597 / Georg Pahl / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5415527
Auf dem Berliner Opernplatz werden Bücher bekannter , von den Nazis gehasster, deutscher Dichter verbrannt.
Erich Kästner und die Bücherverbrennung – “Es war widerlich” (Spiegel)
17.05.1933: Hitler droht mit Austritt aus Völkerbund.
In einer Rede vor dem Reichstag fordert Hitler eine Gleichbehandlung für Deutschland in der Abrüstungsfrage.
Erstmals droht er mit einem Austritt des Deutschen Reichs aus dem Völkerbund.
19.05.1933: “Treuhänder der Arbeit” regeln fortan innerbetriebliche Beziehungen.
Die “Treuhänder der Arbeit” regeln und kontrollieren fortan, laut Beschluss der Reichregierung, die betrieblichen Arbeitsbeziehungen und sollen als Streitschlichter und Vermittler bei Auseinandersetzungen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber dienen.
30.1.1933 : Adolf Hitler wird Reichskanzler.
Bildquelle: Am Abend des 30. Januar 1933 nimmt Hitler am Fenster der Reichskanzlei Ovationen von Anhängern und Sympathisanten entgegen., Von Bundesarchiv, Bild 146-1972-026-11 / Sennecke, Robert / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5418919
Was ist am 30.1.1933 passiert ?
Am 30.1.1933 wird Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt.Die Regierung besteht sowohl aus nationalsozialistischen Ministern als auch aus Mitgliedern der DNVP und parteilosen Rechten, wie z.B. des Stahlhelms.
Franz von Papen wird Vizekanzler.
Wie erfolgte die Machtergreifung Hitlers am 30.1.1933 ?
Der “Machtergreifung” gehen Absprachen zwischen Hitler, von Papen, Otto Meissner und Oskar von Hindenburg, dem Sohn des Reichspräsidenten, voraus. Hitler will sich nur mit den Konservativen einlassen, wenn er Reichskanzler wird. Diese Konservativen drängen Hindenburg, der lange den “böhmischen Gefreiten” als Regierungschef ablehnt, zur Ernennung Hitlers als Reichskanzler in der Hoffnung, Hitler “zu zähmen” und ihn mit ihrer konservativen Mehrheit zu “umrahmen”.
Sie gehen davon aus, dass der “Spuk” nur von kurzer Dauer sein würde. Am Abend findet zu Ehren Hitlers eine Fackelzug von SA-Einheiten statt. Die Formationen huldigen beim Vorbeimarsch an der Reichskanzlei in erster Linie Adolf Hitler. Das Erscheinen Hindenburgs an einem anderen Fenster der Reichskanzlei ist nur ein Nebenschauplatz für die NS-Bewegung.
Joseph Goebbels fasst seinen Triumph in seinem Tagebuch so zusammen:
„Es ist so weit. Wir sitzen in der Wilhelmstraße. Hitler ist Reichskanzler. Wie im Märchen. Gestern mittag Kaiserhof: wir warten alle. Endlich kommt er. Ergebnis: Er Reichskanzler. Der Alte [gemeint ist Reichspräsident Hindenburg] hat nachgegeben. Er war zum Schluß ganz gerührt. So ist’s recht. Jetzt müssen wir ihn ganz gewinnen. Uns allen stehen die Tränen in den Augen. Wir drücken Hitler die Hand. Er hat’s verdient. Großer Jubel. Unten randaliert das Volk. Gleich an die Arbeit. Reichstag wird aufgelöst.“
Wer gehörte dem Kabinett Hitler bei Machtergreifung an ?
Die Minister des Kabinetts Hitler:
– Wilhelm Frick, Reichsinnenminister
– Hermann Göring, Reichsminister ohne Geschäftsbereich, Reichskommissar für das preußische Innenministerium und Reichskommissar für Luftfahrt
– Franz von Papen, Vizekanzler
– Werner von Blomberg, Reichswehrminister
– Lutz Graf Schwerin von Krosigk, Reichsminister der Finanzen
– Alfred Hugenberg, Reichsminister für Wirtschaft, Ernährung und Landwirtschaft
– Franz Seldte, Reichsarbeitsminister
– Paul Freiherr von Eltz-Rübenach, Reichspost- und Verkehrsminister
– Konstantin Freiherr von Neurath, Reichsaussenminister
Die Basis für Hitlers Weg zur Macht (planet-wissen.de)
1.2.1933 : Hindenburg setzt Neuwahlen an.
Warum löst Hindenburg am 1.2.1933 den Reichstag auf ?
Auf Drängen Hitlers und seiner Regierung löst Hindenburg am 1.2.1933 den Reichstag auf und setzt Neuwahlen für den 5. März 1933 an.
Begründung: NSDAP und Zentrum fänden zu keiner Koalition zusammen.
Welche Eckpunkte hat Hitlers erste Rede als Reichskanzler ?
In einer Rundfunkrede am Abend des 1.2.1933 verliest Hitler den “Aufruf der Reichsregierung an das Deutsche Volk”. Hitler rechnet in seiner Rede insbesondere mit Kommunisten, Bolschewisten und “Vaterlandsverrätern” ab und schwört das Volk auf den Wiederaufstieg Deutschlands ein.
“…Nun, deutsches Volk, gib uns die Zeit von vier Jahren, und dann urteile und richte uns! Getreu dem Befehl des Generalfeldmarschalls wollen wir beginnen. Möge der allmächtige Gott unsere Arbeit in seine Gnade nehmen, unseren Willen recht gestalten, unsere Einsicht segnen und uns mit dem Vertrauen unseres Volkes beglücken. Denn wir wollen nicht kämpfen für uns, sondern für Deutschland!”
4.2.1933 : Notverordnung des Reichspräsidenten
Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze des Deutschen Volkes am 4.2.1933 : Die Presse- und Versammlungsfreiheit wird weitestgehend eingeschränkt. Mit dieser Notverordnung sollen die Gegner der NSDAP niedergehalten werden. Bekannt ist sie auch unter dem Begriff “Schubladenverordnung”, wie sie bereits vom Kabinett unter Franz von Papen geplant war.
8.2.1933 : Hitler: Aufrüstung hat oberste Priorität
Hitler stimmt am 8.2.1933 sein Kabinett auf die “Wiederwehrhaftmachung” des deutschen Volkes ein. In den nächsten 5 Jahren muss alles bezgl. Aufrüstung oberste Priorität haben. Andere Ausgaben, wie z.B. für staatlich geförderte Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, müssen auf den Prüfstand und sollen nur, falls notwendig, getätigt werden. Tage zuvor kann Hitler gegenüber ranghohen Offizieren erfolgreich für eine Unterstützung seiner Ziele werben. Die Reichswehrführung unter Leitung von Reichswehrminister Werner von Blomberg hat bereits in den ersten Tagen nach Hitlers Machtergreifung dem Reichskanzler volle Unterstützung zugesagt.
Allerdings kann Hitler am 8.2.1933 zunächst die Aufrüstung nicht so vorantreiben, wie er will, da durch den Versailler Vertrag und andere internationale Abkommen Schranken bezgl. Wiederbewaffnung gesetzt sind.
10.02.1933: Hitler sagt Bolschewismus den Kampf an.
Erste Rede Adolf Hitlers als Reichskanzler im Berliner Sportpalast. Dort sagt er Marxismus und Bolschewismus den radikalen Kampf an.
11.02.1933: Hitler verspricht Steuersenkungen.
Hitler hält zur Internationalen Automobil- und Motorradausstellung in Berlin eine Rede.
Hitler verspricht die Senkung der Unternehmenssteuern und ein großzügiges Strassenbauprogramm.
17.02.1933: Göring: Polizei soll mit SA und SS zusammenarbeiten.
Göring fordert in einem Erlass die Polizei auf, mit den “nationalen Verbänden” (SA, SS und Stahlhelm) zusammenzuarbeiten.
Ziel ist die Bekämpfung aller staatsfeindlichen Organisationen auch unter rücksichtsloser Anwendung von Gewalt.”Die nationale Sache” sollte mit allen Mitteln unterstützt werden.
Görings Schießbefehl (welt)
20.02.1933: Industriebosse spenden 3 Mio. Reichsmark.
Industrie- und Wirtschaftskapitäne treffen sich in Görings Amtssitz, um von Hitler die Ziele seiner Wirtschaftspolitik vorgestellt zu bekommen.
Hitler und Göring können die Industriebosse zu einer Spende von 3 Mio. RM überreden, um damit den Wahlkampf zu finanzieren.
Im Gegenzug sichern sie der Wirtschaft die Unantastbarkeit des Privateigentums zu.
Allerdings fordert Hitler von der Wirtschaft die Zurückstellung ihrer Interessen zugunsten der Nation.
mehr
22.02.1933: Göring veranlasst Aufstellung einer Hilfspolizei.
Göring veranlasst die Aufstellung einer 50.000 Mann starken Hilfspolizei in Preussen, bestehend aus SA, SS und “Stahlhelm”.
27.02.1933: Reichstagsbrand in Berlin
Bildquelle: Bundesarchiv, Bild 183-R99859 / UnknownUnknown / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 DE , via Wikimedia Commons
Der Reichstag in Berlin brennt.
Brandstifter ist der holländische Kommunist Marinus van der Lubbe.
Die Nazis, insbesondere Göring, geben der KPD die Schuld und nutzen somit den Reichstagsbrand zum harten Durchgreifen gegen die Kommunisten.
Noch in der Nacht werden zahlreiche KPD-Funktionäre, darunter der Bulgare Georgi Dimitroff, verhaftet.
28.02.1933: “Reichstagsbrandverordnung” wird verabschiedet.
Bildquelle: Von User:Rob Irgendwer - Reichsgesetzblatt (RBGl) I 1933 p.33, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=8470228
Das Reichskabinett verabschiedet die Notverordnung “Zum Schutz von Volk und Staat”.
Sie wird von Paul von Hindenburg unterschrieben.
Die Verordnung setzt die Grundrechte (Presse-, Meinungs- und Versammlungsfreiheit) der Weimarer Verfassung ausser Kraft und ordnet einen zivilen Ausnahmezustand an.
Politische Gegner können ohne rechtsstaatliche Kontrolle verhaftet werden.
Desweiteren werden die Befugnisse der Länder weitestgehend eingeschränkt, die Ministerpräsidenten durch “Reichskommissare” aus den Reihen der Nazis ersetzt.
kompletter Wortlaut der Verordnung
05.03.1933: Dämpfer für NSDAP bei Wahlen
Die NSDAP erreicht bei den Reichstagswahlen “nur” 43,9 % der Stimmen.
Die KPD erringt 12,3 und die SPD 18,3% der Stimmen.
weitere Infos inkl. Audio (dw)
11.03.1933: Judenboykott in Köln
Erste Boykottmassnahmen gegen jüdische Geschäfte in Köln
13.03.1933: Joseph Goebbels wird Propagandaminister.
Joseph Goebbels wird Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda.
21.03.1933: Tag von Potsdam
Bildquelle: Von Bundesarchiv, Bild 183-S38324 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5369386
“Tag von Potsdam”:
Das NS-Regime zeigt hiermit die Verbundenheit zwischen der preussischen Tradition und dem Neuen Deutschland.
Hitler verneigt sich in der Garnisionskirche ehrfürchtig vor Reichspräsident Hindenburg und erklärt ihn zum “Schirmherren der nationalen Erhebung”.
22.03.1933: In Dachau entsteht das erste KZ.
In Dachau entsteht das erste Konzentrationslager zum Internieren politischer Gegner.
“Das Lager, von dem jeder wissen konnte” (BR)
23.03.1933: Ermächtigungsgesetz beendet endgültig Weimarer Republik.
Bildquelle: Von Bundesarchiv, Bild 102-14439 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5415524
Mit der Verabschiedung des Ermächtigungsgesetztes entmachtet sich der Reichstag selbst und übergibt damit die komplette Staatsgewalt an Adolf Hitler.
SPD-Chef Otto Wels hält eine mutige Rede gegen das Ermächtigungsgesetz.
Bei der Abstimmung, an der die KPD wegen Verbots nicht mehr teilnimmt, stimmt nur die SPD gegen das Gesetz.
Es folgt eine Welle von Verhaftungen zahlreicher “Regimegegner”, insbesondere Kommunisten, Sozialdemokraten und Gewerkschafter.
Zur Unterbringung der Gefangenen werden die ersten Konzentrationslager errichtet.
“Reichstagssitzung vom 23. März 1933, Rede von Otto Wels” (N-TV)
Podcast (WDR)
28.03.1933: NSDAP bereitet Judenboykott vor.
Bildquelle: Von Autor unbekannt oder nicht angegeben - U.S. National Archives and Records Administration, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=16454145
Die NSDAP ruft zur Bildung von Aktionskomitees auf, um einen Boykott jüdischer Geschäfte, Unternehmen und Einrichtungen durchzuführen.